Von Kapstadt zu den Victoriafalls -Teil 2

Von Nadine
Hier geht’s zurück zum ersten Teil

Fleisch statt Müsli und seeeeehr seeeehr viel Teer

Es heißt nachts um halb sechs die Zelte zusammen klappen und ab auf den Transkalahari Highway, dem Sonnenaufgang entgegen. Vor uns liegen 800 km, 11 Stunden Fahrzeit und ein Grenzübergang, ganz zu schweigen von den Überresten der unglaublich großen Keule Fleisch vom Vorabend, der bis zur Grenze gegessen sein muss, da wir kein Fleisch nach Botswana einführen dürfen… Mit der Haxe in der Hand und der Leidenschaft am Gaspedal geht es also Fleisch kauend an die Grenze Botswanas.

fahren, fahren, fahren…

Endlich kommen wir in Maun an und haben sogar noch genügend Zeit, zum Nationalpark Office zu fahren, um unsere Parkeintrittsdokumente für den Moremi Nationalpark und bei SKL (den Camp Betreiber für Savute) ab zu holen.

Eine Bootsfahrt die ist lustig eine Bootsfahrt die ist schön…

Und plötzlich haben wir unverhofft viel Zeit. Dadurch, dass wir alle notwendigen Unterlagen bereits am Vortag besorgt hatten, nutzen wir unsere Freizeit für einen Tages-Ausflug in das Okavango-Delta. Dafür werden wir ca. eine Stunde mit dem Boot bis zum Buffalo Fence transferiert und steigen dort in ein Mokorro (Einbaumboot auch genannt) um. Hier beginnt der entschleunigende Teil des Tages und wir gleiten lautlos durch ein Meer aus Papyrus, Schilf und Seerosen. Die etwas Wildtier armeren Gebiete am Rande des Deltas sind eher etwas für Fans der Gattungen Frosch, Vogel und Landschaft. Wer hier große Tierherden erwartet, könnte enttäuscht werden. Wir haben zwar zuvor schon Elefanten bei solchen Tagesausflügen getroffen und beobachtet, jedoch solltet ihr nicht davon ausgehen. Nach guten 2 Stunden Mokorrofahrt gehen wir an Land und erkunden eine der zahlreichen Inseln zu Fuß. Aufgrund mangelnden Großgetiers, konzentrieren wir uns auf deren Hinterlassenschaften, die der Guide bestens zu deuten weiß. Man könnte also sagen, wir haben ziemlich ausgiebig über Scheiße gesprochen. Nach einem kleinen Picknick geht es die 2 Stunden wieder zurück und wir werden vom Motorboot in Empfang genommen. Nach diesem wohl entspanntesten Tag der Reise beschließen unsere Mitreisenden uns für den kommenden Tag einen Rundflug über das Okavango-Delta zu schenken, damit wir das Ausmaß und die Schönheit auch per Luft zu spüren bekommen.

Über dem Delta ei ei ei ei…

Gesagt, getan.Wir bauen am nächsten Morgen unser Lager ab und machen uns auf zum Flughafen in Maun. Der sehr übersichtliche Flughafen mit seinen eher lässigen Kontrollen ist kein Zeitfresser und ehe wir uns versehen, sitzen wir in einem kleinen Sportflugzeug, welches mich eher an den uralten Ford Fiesta meiner Oma vor 20 Jahren erinnert, als an ein Fluggerät… Der Pilot macht einen kompetenten Eindruck, fängt an Knöpfe zu drücken und ab zuckelt dieses “Flugzeug”. Nach etwas Einschaukeln und ein paar Böen, die mein Magen erst einmal verarbeiten muss, können alle Insassen den Flug sogar richtig genießen. Wir sehen riesige Büffelherden, kreisen über einer Gruppe Elefanten und erahnen die Hippos im Wasser.

Die Landung war wieder eine kleine psychologische Herausforderung, die der Pilot mit seiner Routine so gut gemeistert hat, dass niemand der Passagiere die vorher verteilten Beutel in Anspruch nehmen musste.

Let´s 4×4!

Nach diesem Höhenflug geht es zurück ins Auto und wir starten unsere Reise ins sagenumwobene Savute. Tief im Herzen des Chobe Nationalparks haben wir ein Stellplatz für die Nacht gebucht. Also verlassen wir Maun und somit vorerst die Zivilisation hinter uns. Nach kurzer Zeit befinden wir uns auf einer Schotterpiste, die auch schon die ersten sandigeren Passagen (nichts wildes) bereit hält. Wir passieren das South Gate, folgen der Straße östlich vorbei am Moremi Wildschutzgebiet und finden uns bald wieder an einer Kreuzung. Hier habt ihr die Möglichkeit entweder links die Strecke am Rand entlang des Savute Marsh zu nehmen oder durch das saisonal geflutete Sumpfland zu fahren. Da wir in der absoluten Trockenzeit unterwegs sind, beschließen wir durch die offene Ebene zu fahren. Nach 2 Stunden relativ großer Langeweile, mit einzelnen Elefantenbegegnungen, kommen wir in die Region des Savute Channels. Dieser Kanal ist eine wahre Lebensader für die Tierwelt. Plötzlich finden wir uns wieder in einer Mischpoke aus Elefanten, Impalas, Knus und Zebras wieder, die unsere Augen erstmal überfordert.

Leider ist schon später Nachmittag und wir müssen schneller weiter als uns lieb ist. Nachdem wir uns durch die letzten Kilometer Sandkasten gebuddelt haben, kommen wir einigermaßen kaputt an und beziehen unseren Campsite “Paradise”. Dieser etwas abgelegenere Platz ist riesig groß und berühmt für seine Tierbegegnungen. Also schlagen wir ein weiteres Mal unser Zelt auf und nehmen unsere Küche in Form eines Feuers in Betrieb. Gerade als unser Fleisch aufgelegt ist, raschelt es im Gebüsch. Hm, was kann das sein? Vielleicht eins der unzähligen Erdhörnchen, die ständig auf der Suche nach etwas sind? Ok, weitermachen… haben ja alle Hunger. Als das Erdhörnchen dann aus dem Gebüsch kommt, wundere ich mich, wie lang die Nase dieses Erdhörnchen ist. Irgendwie kommt es auch nicht in der typischen Farbe daher und hat insgesamt etwas viel auf den Rippen. Die Schulterhöhe von knapp 4 Metern war dann auch das letzte Indiz, welches mich hat schlussfolgern lassen, dass Elefanten ziemlich lautlos sein können. Ich sollte mich jetzt besser mal langsam hinter das Auto verziehen und meinen Mitreisenden Bescheid geben. Gesagt, getan und gerade als wir hinter das Auto im Rückwärtsgang Entenmarsch uns verziehen möchten, steht da ein zweites zu groß geratenes Erdhörnchen. Nein, gebeamt hat er sich nicht, sondern es sind einfach zwei Elefanten, die da am helllichten Tag im Abstand von 5 Metern an uns vorbei spazieren, dann stehen bleiben und uns anglotzen. Nachdem die Elefanten sicher waren, dass von uns keine Gefahr ausgeht, schlendern sie in einer Seelenruhe – einer links und einer rechts – vom Auto runter zum Kanal und holen sich ihre Abendration Wasser ab. Mit weichen Knien und und zitternden Händen schaue ich nach dem Grill und wir beschließen die bereits etwas schwarzen Steaks lieber nicht mehr zu essen. Also gibt es Süßkartoffeln aus der Alufolie. Die Steaks haben wir verloren… aber eine Elefantenerfahrung gewonnen.

Sind wir in der Hölle, oder was riecht hier so nach Schwefel?

Ohne weitere Zwischenfälle beim Abendessen geht es einmal mehr um 20 Uhr ins Bett. Nach nur einer halben Stunde kommt auch schon der erste Räuber vorbei und versucht unseren Sack Kohlen zu klauen… den einzigen Gegenstand, den wir abends nicht im Auto verstaut haben. Da wir den Tathergang nicht beobachten konnten und unsere Überwachungskameras nicht installiert waren (haben wir natürlich nie), tippen wir auf Schakal und drehen uns ein weiteres Mal auf der dünnen Matratze und schlafen bald weiter. Irgendwann später in der Nacht wachen wir von einem tiefen grunzen und einem unheimlichen Gestank nach Schwefel auf. Meine Güte… was ist denn jetzt schon wieder los?

Drei Möglichkeiten haben wir:

  1. Liegen bleiben, flach atmen und rätseln was für ein entsetzliches Untier da draußen ist.
  2. Reißverschluss einen miiiiiiini kleinen Spalt (sehr leise) öffnen und versuchen etwas zu erkennen.
  3. Alarm machen und den vermeintlichen Räuber verscheuchen und kreischend über den Zeltplatz rennen.

richtig… 3) machen nur Idioten. 1) machen nur Kinder und damit entschließen wir uns für 2) und versuchen Umrisse zu erkennen. Schwere Angelegenheit bei bedecktem Himmel. Taschenlampe ist auch keine Option, da man damit die Tiere vielleicht aufschrecken könnte. Also warte ich und in einem kurzen Augenblick schimmert der Mond durch und ich erkenne rund 20 Büffel, die um unser Auto herum stehen. Was machen die da? Die Antwort meines Mannes war ein schlichtes „stinken!“. Na gut… weiterschlafen.

Sand Sand Sand ausbuddeln Sand Sand Sand

Wir nutzen die frühe Stunde und verabschieden uns von den Elefanten am Vortag, die ihren nächtlichen Ausflug beenden, uns zum Gruß noch einmal den Rüssel heben und über unseren Platz in den Busch marschieren. Unser heutiges Ziel ist Kasane und die Straße wird tiefer, tiefer Sand und entsprechend anstrengend. Nach nur 500 Metern sind plötzlich alle hellwach als wir ein Rudel Wild Dogs sehen, die gerade noch die letzten Bissen Kudu verschlingen und direkt vor uns die Straße kreuzen. Als besonderes Highlight hat das Rudel sogar einige Junge dabei. So schnell wie Wild Dogs auftauchen, sind sie meistens auch wieder verschwunden.

Beseelt und glücklich machen wir uns auf den Weg nach Nord-Ost. Nach kurzer Zeit finden wir uns auf einer sehr tiefsandigen Piste wieder, die uns zwingt in Low Range zu schalten und uns durch die karge Landschaft zu wühlen. Nach 3 Stunden Fahrt erreichen wir die kurze Teerstrecke, die im späteren Verlauf zur Chobe Transitstraße wird. Bevor das jedoch der Fall wird, nehmen wir die Abbiegung in den nördlichen Chobe Nationalpark, weil wir noch relativ viel Zeit haben. Nachdem wir den erneuten Eintritt für einen Tagesausflug in den Park bezahlt haben, fahren wir voller Spannung um die erste Kurve und bleiben prompt im tiefen Sand stecken. Hmmm Low Range rein und Differentialsperre…. ui… tut sich nix. Nun gut, dann müssen wir eben aussteigen und Holz sammeln. Ich möchte hier ausdrücklich darauf hinweisen, dass das Aussteigen im Nationalpark aus den Autos strickt verboten ist. Also schiebt ein Teil der Mannschaft Wache und hält Ausschau nach Tieren und zwei sammeln Stöcke, die wir nach etwas Graben unter die Reifen legen um erfolgreich das Auto zu bergen…. Bisschen peinlich nach ca. 250 km Tiefsand an diesem Tag stecken zu bleiben, wenn eine Familie besoffener Südafrikaner an einem vorbei fährt mit dem Kommentar: Did you switch on your 4×4? Es sei ein für alle mal festgehalten, dass Fahrzeuge mit 2 Dachzelten und 4 Insassen mit Gepäck und Campingausrüstung einfach mehr wiegen als eine Südafrikanische Familie mit einer Kühlbox voll Alkohol und einem Hang zum Fastfood…

Die restliche Fahrt ist etwas von der Anspannung geprägt noch einmal stecken zu bleiben. Daran können auch nicht die vielen Tiere unterwegs etwas ändern.

Das Senyati Camp entschädigt aber ein weiteres Mal mit einer riesigen Herde Elefanten, die wir den Rest des Nachmittags von der Bar aus beobachten.

Abends gab es dann das bekannte abendliche Donnerwetter (aber in abgeschwächter Form…) und zur Krönung spaziert in der Nacht einmal mehr ein Elefant direkt am Auto vorbei und pflückt ein paar Blätter im Vorbeischländern. Gute Nacht Elefant! Gute Nacht ihr Zweibeiner!

Grenzgänger und Wasserfälle

Unseren fahrfreien Tag nutzen wir um einen Ausflug von Kasane an die Victoria Wasserfälle zu unternehmen. Dazu fahren wir in die Stadt zur Chobe Safari Lodge, wo wir den Transfer gebucht haben und starten die Reise nach Simbabwe. Da der administrative Aufwand für einen Abstecher an die Wasserfälle einfach zu hoch ist, empfehle ich euch Tagesausflüge immer mit einem Transfer zu organisieren.

Der Fahrer bringt uns bis zur Grenze und da er auch keine Lust hat auf die administrativen Hürden das Auto importieren oder exportieren oder was auch immer man machen muss (hier könnt ihr die Details über Grenzen lesen), werden wir von einem anderen Fahrer auf der simbabwischen Seite in Empfang genommen. Nach läppischen 2 Stunden Warten an der Grenze geht es die letzten 100 km weiter bis nach Victoria Falls. Hier geht es auf direktem Weg an die Fälle. Vor allem im Oktober empfehle ich die simbabwische Seite der Fälle, da ein Großteil des Wassers hier fließt und fast die gesamte Seite der Fälle in Sambia ausgetrocknet ist. Dort ergibt sich wiederum die Möglichkeit zu Fuß bis Livingstone Island zu laufen und im Devilspool direkt am Rand der Fälle zu baden. Nun ja, jetzt sind wir also dieses Mal auf der anderen Seite und können wenigstens nett auf die andere Seite grüßen, auf der sich die Touristen im besagten Pool amüsieren.

Also genießen wir die relativ freie Sicht auf die Fälle. Dadurch, dass sehr wenig Gischt vorhanden ist, schlendern wir an den Fällen entlang. Da wir noch ziemlich viel Zeit haben, machen wir noch einen Abstecher auf den Markt von Victoria Falls und decken uns mit einigen Souveniers ein. Was viele Reisende nicht wissen, ist, dass 90 prozent aller Souveniers, die im südlichen Afrika und speziell in Südafrika verkauft werden, aus Victoria Falls kommen. Entsprechend günstig sind die kleinen Kunstwerke und die Händler brauchen keine Zwischenhändler zu bezahlen. Das gibt ihnen die Möglichkeit, die Souveniers auch gegen Kleidungsstücke, Schuhe oder andere Sachen zu tauschen.

Voll bepackt mit tollen Sachen, die die Wohnung schöner machen, geht’s ab nach Botswana und zurück zu unseren lieb gewonnen Elefanten im Senyati Camp.

Ein Baum mit Erektion auf dem Weg zum einzigen Surfclub in der Kalahari

Von Kasane aus gibt es zwei Möglichkeiten Richtung Nata und weiter zu den Makgadikgadi-Salzpfannen. Eine Variante ist die Hunters Road, die direkt an der Grenze zu Simbabwe verläuft und zum anderen die Hauptverkehrsstraße, die mittlerweile von einem einzigen 120 km langen Schlagloch in eine gut befahrbare Teerstraße (etwas langweilig) umgebaut wurde. Für weniger sandgeile Menschen ist die Teerstraße immer die bessere Alternative. Nata bietet gute Versorgungsmöglichkeiten, einige Tankstellen und neuerdings einen schlecht sortierten Supermarkt. Hier gibt es sogar Huhn und wir beschließen dieses zu kaufen, um es am Abend zu grillen. Die Verkäuferin weist uns noch höflich darauf hin, das es sich um ein Village Chicken handelt und wir freuen uns, den lokalen Markt unterstützen zu können und mit diesem wunderbaren Produkt aus der Region (nicht mal Anfahrtsverschmutzung durch langen Transport) in der Tasche geht es mit einem kurzem Abstecher beim Mans Baobab (siehe Bild und der Name erklärt sich von selbst) zum Planet Baobab.

Die Abfahrt ist dank des überdimensionalen Erdferkels nicht übersehbar und voller Vorfreude auf eins unserer Lieblingscamps (Planet Baobab bei Gweta) biegen wir also die letzten 500 Meter auf die Schotterpiste ein und ergattern den letzten Campsite von vier für diese Nacht.

Nach einem erfrischenden (und auch säubernden) Bad im Pool und Begutachtung der vielen Baobabs geht es noch einmal auf kurze Erkundungstour Richtung Gweta, um den Eingang zu den Salzpfannen zu finden, die wir am kommenden Tag durchqueren möchten.

Beim Abendessen lernen wir dann auch schon die Lektion für den Tag… Village Chicken ist kein Village Chicken weil es biologisch in der Region aufgewachsen ist, sondern einfach ein Huhn, welches einige Jahre zwischen den Müllbergen des Dorfes gelebt hat und Zäh wie Gummi ist. Na ja, Nudeln sind auch gut und selber Schuld, wer im Rinderland Botswana Huhn essen will.

Kannst du mir mal bitte das Salz reichen?

Voller Vorfreude geht es heute in die Salzpfanne. Da die Zufahrt relativ lange ist, steigert sich die Vorfreude entsprechend immer mehr und man fragt sich die ganze Zeit wie wohl der Übergang in diese sagenumworbene Gegend aussehen mag. Mehr noch beschäftigt meinen Mann seit einigen Tagen, ob wir auch den richtigen Weg nehmen und die Navigation funktionieren wird. Verirren wäre ungünstig. In diesem Fall ist das GPS Gold wert.

Kurz vor den Pans passieren wir Greens Baobab, der ein wichtiger Wegweiser für Expeditionen der Gebrüder Green war und auch als Litfaßsäule Benutzung fand. Wenn Ihr genau sucht und hinschaut, könnt Ihr auch Einritzungen der Brüder aus dem Jahr 1856 sehen, die quasi mit dem Baum mitgewachsen sind.

Noch beeindruckender ist jedoch der Chapmans Baobab, welcher einer der Größten Bäume im südlichen Afrika ist. Im Angesicht dieses Kolosses kommt man sich dann doch sehr klein und unwirklich vor. Nach einigen hundert Meter weicht die Buschlandschaft und urplötzlich liegt eine weite Ebene und nur der Horizont vor uns. WOW… viel hatten wir uns vorgestellt, aber dieses Sinnbild von Nichts übertrifft unsere Erwartungen. Wir halten an und hören nichts als Stille und schmecken die salzige Luft. Also verlassen wir das Meer aus goldenem vertrocknetem Gras und fahren auf die Salzkruste. Einige wenige Reifenspuren helfen uns die grobe Richtung zu finden und wir halten immer wieder an um zu versuchen diese Stimmung und Besonderheit des Ortes auf zu saugen und zu verstehen.

Nach einigen Kilometern passieren wir einen Veterinärzaun mit einem einzelnen grummelnden Opa inklusive Anhang (zwei Hunde), den wir für seine Dienste mit 2 Zigaretten entlohnen, worüber er sich wie ein kleines Kind freut. Wir verlassen also die Pans und fahren am Veterinärzaun entlang bis wir in der Nähe von Orapa wieder festen Boden unter den Reifen haben. Die Anspannung ist weg, aber die Überwältigung des besonderen Ortes hält noch an.

Station für heute ist das Khama Rhino Sanctuary. Dieses Schutzprojekt ist speziell für den Erhalt der Nashornpopulation in Botswana ausgerichtet. Da wir noch etwas Zeit haben bevor die Sonne untergeht (das letzte Mal für uns in Botswana in diesem Urlaub), fahren wir eine schöne Runde durch das Gebiet und sehen sogar noch Nashörner. Wir verbringen lange Zeit auf einer freien Fläche und beobachten die Interaktion der Nashörner in der kleinen Gruppe. Kurz bevor die Sonne untergeht, fahren wir zurück zur Campsite, der uns für diese Nacht ganz alleine gehört.

Zivilisation… muss das sein?

Langsam aber sicher müssen wir uns auf den Rückweg nach Johannesburg machen. Da wir noch nicht wissen, wo wir heute die Nacht verbringen, fahren wir am Vormittag los und nehmen schweren Herzens einmal mehr Abschied von diesem wunderbaren Land und überqueren problemlos und bestens vorbereitet (Grenzerfahrungen) die Grenze nach Südafrika. Von der Grenze Martin`s Drift nehmen wir die etwas kleinere R 572 anstatt der größeren N11, die später auf die noch größere N1 trifft. Also fahren wir durch die sanften Hügel der Waterbergregion und beschließen die letzte Nacht kurz vor Bela-Bela zu übernachten. Auch hier sind wir die einzigen Menschen auf dem Campingplatz und nutzen das großzügige Platzangebot unsere Taschen flugfertig zu machen und sortieren alte Klamotten aus, die wir am letzten Tag in Johannesburg verteilen. Bei unserer allabendlichen Gesprächsrunde lassen wir diesen Wahnsinnstrip noch einmal Revue passieren und versuchen die Erlebnisse den einzelnen Tagen zu zuordnen. Vor 2 ½ Wochen sind wir gestartet auf diese Reise, haben aber Erlebnisse für ein halbes und Erfahrungen für ein ganzes Leben gesammelt, die uns noch viel Verarbeitungszeit abverlangen werden. Alles in Allem war es eines der faszinierenden Erlebnisse, wir wir als Team funktioniert haben und die eine oder andere Stresssituation so easy überwunden wurde. Jede Reise in diese spannende Region zeigt uns immer wieder, was wir zu leisten im Stande sind und welche (viel existentielleren) Probleme man überwinden kann.

Spontanes Eheringshopping und Abflug

Am Abreisetag fahren wir vormittags nach Johannesburg und haben noch etwas Zeit, bis wir das Fahrzeug abgeben müssen. Wir machen einen kurzen Abstecher in die Glitzerwelt von Sandton City, wo noch spontan Eheringe für unsere anstehende Hochzeit gekauft werden und wie üblich die letzten Mitbringsel.

Die Fahrzeugübergabe funktioniert problemlos und am Abend sitzen wir im Flieger nach Istanbul, wo wir uns von unseren Mitreisenden verabschieden, die die Abbiegung in die Schweiz nehmen und wir landen wohlbehalten in Berlin.

Scheiße, es ist Herbst.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in Botswana, Länder, Namibia, Reiserouten südliches Afrika

One thought on “Von Kapstadt zu den Victoriafalls -Teil 2

  • Uschi 13/11/2015 at 13:11 Reply

    Mir fehlen die Worte ich bin gerührt die Tränen fliessen gerade ziemlich heftig, DANKE für alles, ich werde die Zeit nie vergessen ….. Auf hoffentlich bald mal wieder, ganz liebe Grüsse
    Uschi, (wir sind noch nicht dazu gekommen, mit gemeinsam den Bericht zu lesen) aber jeder hat ihn für sich gelesen, so wie sicher jeder für sich diese einmalige Reise erlebt hat.

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