Schön, Schöner, Pomene National Reserve

Von Chris

Um es einfach, ehrlich und knapp zu sagen: Es ist ein Traum! Einer der schönsten, ruhigsten und enspanntesten Orte, die ich im südlichen Afrika jemals besucht habe und das in dem eher politisch unruhigen Mosambik. Ein absoluter Geheimtipp.

Aber erstmal von vorne: Ca. 4-5 Kilometer nördlich von Massinga biegt die Schotterpiste Richtung Pomene National Reserve ab. Nach etwa 35 Km ist das Gate zu dem Pomene National Reserve erreicht. Wer Glück hat, der findet direkt einen Parkranger, wer Pech hat, muss ihn erstmal eine halbe Stunde suchen und möglicherweise aus seinem Mittagschlaf reißen. Durch den Park führt eine Einbahnstraße, die auf einer Landzunge endet. Am Ende dieser Zunge liegt wundervoll und idyllisch die Pomene Lodge. Bis zur Lodge sind es von dem Gate nochmal etwa 25, teils beschwerliche und gegen Ende tiefsandige, Kilometer. Wer mit Auto anreist und sich keinen Privatflug leisten kann, dem sei ein 4×4 Gefährt nahe gelegt. Anders ist die Lodge schlichtweg nicht zu erreichen. Ab Massinga solltet ihr etwa 2 Stunden Fahrt einberechnen.

Das Pomene National Reserve

Die ersten zwei Drittel Fahrt durch den Park bis zur Landzunge sind eher unspektakulär. Der Blick auf das Meer wird auf der einen Seite durch hohe Sandhügel verdeckt, auf der anderen Seite ist viel Weideland und die ein oder andere Ziege zu sehen, eher nicht so spannend.

Je näher ihr der Landzunge kommt, umso abwechslungsreicher und wilder wird die Strecke. Mangrovenwälder und Palmen säumen den Straßenrand. Bei Flut reicht das Meer bis direkt an die Straße.

Kurz vor der Lodge wird ein Einheimischendorf durchquert. Die Dorfbewohner leben sehr umweltbewusst. Vergleichsweise wenig Müll und Verschmutzung verschandeln Strände und die Mangroven, wahrlich angenehm.

Der Strand

Ich habe selten einen so menschenleeren weißen, feinkörnigen Sandstrand gesehen. Es war fast schon beängstigend den ganzen Tag keine Menschen an einem derart schönen Strand anzutreffen. Das besondere an der Landzunge ist, dass sich auf der einen Seite der rauhe indische Ozean mit seiner vollen Kraft und seinen hohen Wellen präsentiert und nur 100-200 Meter auf der anderen Seite der Landzunge ein idyllische, windgeschützte und ruhige Lagune liegt. Baden geht auf beiden Seiten ganz gut. Zu Abkühlung empfiehlt sich das Wasser des indischen Ozean – für eine Unterkühlung zu warm, gegen die Hitze ausreichend frisch.

Die Pomene Lodge

Die Lodge bietet die komplette Bandbreite an Unterkünften, vom Campingplatz bis zum Luxuschalet ist alles dabei. Da wir den Großteil unserer Reisen in 4×4-Autos mit Dachzelt unterwegs sind, haben wir uns natürlich auf dem Campingplatz nieder gelassen. Die Plätze sind großzügig verteilt, so dass genügend Fläche vorhanden sich auszubreiten und der Zeltnachbar weit genug weg ist, um dessen Schnarchen nicht hören zu müssen. Der Untergrund ist auf der ganzen Landzunge, wie auch auf dem Camping Platz aus feinsten, weißem Sand. Schuhe oder Flip-Flops sind überflüssig. Auf jedem Stellplatz steht eine eigene kleine Strohdachhütte mit Strom, Licht und Wasseranschluss bereit. Einziges Manko: Da die Lodge fernab jeglicher Zivilisation liegt, muss Strom via Generator erzeugt werden. Dieser wird aber 22 Uhr abgestellt und ihr sitzt schnell im Dunkeln. Abhilfe schaffen Kerzen oder ein Gaslicht. Die sanitären Anlagen entsprechend nicht unbedingt höchsten Standards, sind aber vollkommen in Ordnung. Ich habe schon viel schlimmeres gesehen. Der große Vorteil des Campingplatzes ist, dass Camper die Anlagen der Lodge mitnutzen dürfen.

Die Hotelanlage und umliegenden Chalets sind luxuriös, aber nicht pompös, sondern hochwertig mit natürlichen Materialen geschmackvoll gebaut, eingerichtet und dekoriert worden. Die Mitarbeiter sind wirklich außerordentlich freundlich und zuvorkommend. Grandios ist natürlich der große Pool, der direkt an den den Strand reicht. Auch beim Essen gibt es nichts zu meckern. Wir waren zwar nur einmal im Restaurant. Aber der Standard scheint hoch und der Preis wirklich in Ordnung.

Die Vergnügungsmöglichkeiten

Empfehlenswert ist die Möglichkeit über ein künstlich geschaffenes Riff in der Lagune schnorcheln zu gehen. Erreichbar ist das Riff direkt vom Strand aus. Es muss also kein Bootstrip oder ähnliches gebucht werden. Wer keine Schnorchelausrüstung besitzt, kann diese für wenig Geld bei der Pomene Lodge ausleihen. Kleiner Tipp: Den Schnorchelausflug dann planen, wenn die Gezeitenströmung nicht zu stark ist, sonst wird es erstens sehr trüb und zweitens durchaus anstrengend. Die Lodge bietet auch Tauchausflüge an die vorausgelagerten Korallenriffe. Ein Highlight ist hier, natürlich neben der großen Artenvielfalt, das Tauchen mit Mantarochen und Walhaien.

Neben Tauchen und Schnorchel ist Angeln das große Thema auf Pomene. Die Lagune und das Meer bieten einen hohen Fischreichtum. Insbesondere an der Stelle, wo die Lagune auf das Meer trifft, tummeln sich zahlreiche Fische, da dort nährstoffreiches Wasser der Lagune in das offene Meer geschwemmt wird. Bei Flut kann direkt vom Chalet aus, vorausgesetzt ihr besitzt eines, geangelt werden. Dass es viele und große Fische in der Lagune gibt, konnten wir mit eigenen Augen sehen ;-). Für Hochseefischer bietet die Lodge natürlich auch kostenpflichtige Fishingtrips mit entsprechender Ausrüstung und Motorboot an.

Ein paar hundert Meter vor der Lodge liegt, wie bereits erwähnt, ein kleines Fischerdorf. Ein Ausflug dorthin ist lohnenswert und unterstützt die Einheimischen. In dem Dorf ist eine einfache Bar vorzufinden, aber auch etwas Obst und Gemüse kann gekauft werden. Desweiteren werden die klassischen afrikanischen Tourimitbringsel verkauft.

Grundsätzlich können eine Vielzahl an unterschiedlichsten Trips und Ausflüge, wie Tauch-, Reit- Quad-und Bootstouren direkt über die Pomene Lodge gebucht werden. Die Preise sind in im mittleren Preissegment, also für die abgelegen Lage absolut vertretbar. Wir sind in der Zeit ohne große Investitionen in irgendwelche Touren ausgekommen, deswegen kann ich diese nicht beurteilen. Andere Gästen schienen aber zufrieden mit angebotenen Trips.

Die Verpflegung

Wer auf dem Campingplatz nächtigt und nicht täglich im Restaurant ein Teil seines Reisebudget raushauen möchte, dem bleibt nichts anderes übrig als sich selbst zu verpflegen. Leicht gesagt, wenn der nächste Supermarkt um die Ecke ist. Da die Ecke von dem Pomene National Reserve zum nächsten Supermarkt in Massinga aber sehr groß ist (ca. 2 h Fahrt), sollte darauf geachtet werden genügend Essensrationen vorausschauend einzupacken. Lebensmittel sind in Mosambik vergleichsweise teuer, da sämtliche Waren aus Südafrika importiert werden. Deswegen solltet ihr nur das Notwendigste, wie Fleisch, Nudel und Bier im Supermarkt kaufen. Ansonsten kommt ihr bei einem der vielen Straßenstände (v.a. Obst, Gemüse und Cashewkerne) um einiges billiger davon, unterstützt die Bevölkerung und führt das eine oder andere lustige Gespräch. Außerdem haben wir regelmäßig lokale Fischer am Strand angesprochen, die uns für kleines Geld besten, frischen Fisch und schmackhafte Krebse verkauft haben. Einfacher, leckerer und besser geht’s nicht.

Das Fazit

Sonne, Sand, Strand, Meer, Ruhe. Klingt wie im Hochglanzreiseprospekt. Der Unterschied ist, dass es in Pomene der Realität entspricht. Dank der exklusiven und abgelegen Lage sind wenig Menschen, viel weißer Sandstrand und kaum Müll zu sehen. Die Landzunge lädt zum Schwimmen, Schnorcheln, Tauchen, Angeln und insbesondere zum Entspannen ein. Ein Allradgefährt ist ein Muss, um die Lodge zu erreichen. Für Fahrzeuglose bietet die Lodge einen Airporttransfer von Inhambane an. Wer auf dem Campingplatz übernachtet, sollte genügend Verpflegung eingepackt haben, da der nächste Supermarkt 2 Stunden Fahrtzeit entfernt ist. Es bleibt zu sagen: Es ist ein, jetzt nicht mehr so geheimer, Geheimtipp. Selbst Schuld, wer vorbei fährt!

 

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