Wichtige Impfungen für das südliche Afrika

Von Nadine

Krankheit im Urlaub bedeutet Stress. Fremdes Land, fremde Sprache, fremdes Krankensystem und immer der Aufwand mit der Krankenversicherung. Daher ist die Vorsorge und Einholung von Informationen zu bestimmten Risiken und Krankheiten gerade bei Reisen ins südliche Afrika unvermeidlich. Zur Malariaprophylaxe findet ihr einen eigenen Artikel mit Hinweisen hier.

Auch hier gilt grundsätzlich vorab:

Wir sind keine Ärzte und können keine verbindlichen Anweisungen zu den Impfungen geben. Ihr solltet euch vor der Reise immer vertrauensvoll an euren Hausarzt oder noch besser an einen Tropenmediziner wenden und von diesem beraten lassen.

Ich rate euch dringend nicht erst eine Woche vor Urlaubsantritt den Arzt aufzusuchen. Zum einen braucht man für einige Krankheiten mehrere Impfungen, damit der Körper Immunität aufbauen kann (bspw. Hepatitis B). Zum anderen setzt die Immunität nach einer Impfung erst nach einigen Tagen ein (bspw. bei Gelbfieber gilt der Schutz erst nach 10 Tagen).

Grundsätzlich ist es natürlich sinnvoll, dass ihr die Standardimpfungen für zu Hause (wie Diphtherie, Polio und Tetanus bspw.), die in Deutschland für Erwachsene empfohlen werden, bereits erledigt habt bzw. regelmäßig auffrischt. Gegen einige Krankheiten gibt es leider keine Impfungen, dazu später aber mehr.

Unsere Mindestempfehlungen

Folgende Mindestimpfungen empfehlen wir aus unserer Sicht,wenn ihr auf die Reise nach Afrika südlich des Äquators geht:

  • Hepatitis A
  • Hepatitis B
  • Typhus

Hepatitis A

Dieser Virus tritt noch sehr häufig in Afrika auf, da hier einfach viele Hygienestandards gerade im Busch nicht eingehalten werden (können). Der Virus überträgt sich durch die Benutzung von Toiletten und von Handtüchern.

Unabdingbar: immer rohes Essen vermeiden, bzw. heiß abwaschen, schälen oder kochen. Leitungswasser nicht trinken und Eiswürfel vermeiden, ansonsten kann es in Durchfall und Fieber enden.

Hepatitis B

Diese Infektionskrankheit könnt ihr nur durch den Austausch von Körperflüssigkeiten oder Blut bekommen. Betroffen ist dann die Leber. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit können 6 Monate vergehen, also Achtung auch 6 Monate nach der Rückkehr aus Afrika. Hepatitis B ist in ganz Afrika sehr stark vertreten.

Wichtig hier: Risikogruppen sollten sich zwingend impfen lassen, insbesondere gilt dies für Reisende, die eventuell in häufigen Kontakt mit Einheimischen kommen (beispielsweise im Krankenhaus).

Typhus

Typhus ist eine bakterielle Infektion und tritt besonders dann auf, wenn Essen und Trinkwasser verschmutzt sind. Die Bakterien werden durch die Lebensmittel übertragen. Daher solltet ihr hier das Sprichwort anwenden: Koch es, schäle es oder vergiss es! Die Bakterien verursachen schwere Schmerzen im Magen-Darm-Bereich. Gerade weil in Afrika nicht immer die höchsten Hygienestandards gegeben sind, solltet ihr euch impfen lassen und somit diesen Bakterien vorbeugen.

Impfempfehlungen je nach Reiseregion und -vorhaben

Folgende Impfungen sind nach unseren Ansichten keine Pflicht für eine Rundreise in Afrika, diese können aber gerne zur Vorbeugung durchgeführt werden:

  • Gelbfieber
  • Tollwut
  • Cholera

Gelbfieber

Gelbfieber wird wie bei Malaria durch Mücken übertragen, die Inkubationszeit beträgt ca. 3-6 Tage und wie der Name schon sagt, kommt diese Krankheit mit hohem Fieber daher.

Die südlichen Länder Afrikas (Südafrika, Namibia, Botswana, Mosambik und Simbabwe) gelten als gelbfieberfrei. Allerdings sind Länder wie Sambia, Kenia oder auch Tansania Gelbfiebergebiet. Das heißt, hier solltet ihr mit eurem Tropenarzt sprechen, ob eine Impfung sinnvoll sein könnte. Bei einmaliger Impfung hält der Impfschutz mindestens 10 Jahre. Es ist also eine lohnenswerte Anlage.

Tollwut

In ländlichen Gebieten Afrikas tritt heutzutage immer noch Tollwut auf. Es gibt viele streunende Hunde und anderes Getier, das diese Krankheit übertragen kann. Insbesondere bei Jagdreisen oder Walking-Safaris solltet ihr euch gegen Tollwut schützen bzw. vorsorgen.

Tollwut wird meist durch Biss- oder Kratzwunden übertragen und endet meist tödlich.

Falls ihr euch nicht gegen Tollwut impfen lasst, dann bestmöglich den direkten Kontakt mit wilden Hunden, Katzen, Füchsen und Schakalen und weiteren Tieren meiden.

Cholera

Cholera ist eine bakterielle Infektion, die durch verdrecktes bzw. verunreinigtes Wasser und Lebensmittel übertragen wird. Die Lebensmittel sind meist mit Fäkalien oder Erbrochenem von Menschen infiziert. Diese Krankheit geht einher mit starkem Durchfall und hohem Flüssigkeitverlust.

Cholera tritt häufig auf, wenn Katastrophen wie Überschwemmungen oder Kriege drohen, somit ist Cholera in sehr armen Regionen Afrikas anzutreffen. Beispielweise konnte ich 2007 nicht nach Mosambik reisen, da damals durch Überschwemmungen Cholera ausgebrochen war. Gegen Cholera könnt ihr euch durch eine Schluckimpfung schützen.

Nicht impfbar – aber vorsorgbar

Allerdings gibt es leider auch einige Krankheiten im südlichen Afrika für die es keinen Impfschutz gibt, aber ihr trotzdem beachten solltet:

  • Darminfektionen
  • Bilhariose
  • Schlafkrankheit
  • Borreliose
  • HIV

Darminfektionen

Andere Länder, andere Sitten, anderes Essen – da kann es leicht passieren, dass ihr doch mal einen grummeligen Magen bekommt. Bitte immer darauf achten, dass das Essen abgekocht oder Obst mit heißem Wasser abgespült wurde. Manchmal ist es ganz gut, wenn ihr immer ein wenig Zwieback und Cola für den Notfall dabei habt. Meistens ist die Infektion schnell wieder vorbei, aber während der Darminfektion einfach mal Schonkost essen.

Bilhariose

Diese Tropenerkrankung ist eine parasitäre Infektionskrankheit und tritt im südlichen Afrika verbreitet auf. Bilhariose entsteht in stehenden Süßwassern in tropischen Bereichen Afrikas. Die Inkubationszeit dauert oft nur wenige Stunden nachdem man im verseuchten Wasser war und zeigt sich durch einen allergischen Hautausschlag. Daher solltet ihr das Baden in stehenden Gewässern meiden, so kann diese Krankheit sehr einfach umgangen werden.

Schlafkrankheit

Die Infektionskrankheit wird durch Tsetsefliegen übertragen und tritt nur in Afrika auf. Bei Nichtbehandlung kann es tödlich enden. Die Überträger sind tagaktive Stechfliegen. Die Krankheit zeichnet sich durch Fieber und Angriff des Nervensystems aus, was später dann mit Schlafstörungen einhergeht.

Vorbeugung: Wie bei Malaria und Gelbfieber –  immer Mückenspray und lange Kleidung dabei haben. Wichtig hierbei: Die Tsetsefliegen mögen dunkle Kleidung, daher eher helle und lange Sachen tragen.

Borreliose

Tritt in Afrika genauso auf wie bei uns in Deutschland bzw. Europa. Die Übertragung geschieht durch Zecken, der Verlauf der Krankheit ist genau derselbe.

Je eher die Krankheit nach einem Zeckenbiss erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen. Eine Impfung gibt es nicht. Vorbeugen könnt ihr hier auch wieder durch viele Vorsichtsmaßnahmen, lange Kleidung etc. und auch Kontrolle des Körpers nach Pirschläufen durch den Busch.

HIV

Ich glaube, hier brauche ich nicht viel sagen. Es ist allseits bekannt wie sich der HI-Virus überträgt. Im südlichen Afrika ist HIV sehr weit verbreitet, leider sterben durch diesen Virus ganze Generationen aus. Wenn ihr die Länder im südlichen Afrika bereist, dann werdet ihr sehr viel Werbung sehen, wie man sich vor HIV schützen kann. Aufklärung ist immer noch sehr wichtig hier.

Allgemeine Vorsorgemaßnahmen…

…die ihr ohne Probleme auf eurer Reise ins südliche Afrika vornehmen und einhalten könnt:

  • Cook it, peel it or forget it! – Koch es, schäle es oder vergiss es!
  • lange Kleidung tragen
  • Anti-Mückenspray oder -Creme dabei haben
  • Zelte beim Camping immer geschlossen halten
  • Kontakt mit wilden Tieren vermeiden

Und nun? So viele Krankheiten, die man in Afrika bekommen kann. Lohnt sich da trotzdem eine Reise? Ja, auf jeden Fall!! Auch wenn es viele Krankheiten gibt und es für einige kein Impfschutz vorhanden ist, lohnt sich immer eine Reise ins südliche Afrika. Natürlich bedarf es einer guten Vorbereitung, aber ein oder zwei Besuche beim Tropenarzt für einen kurzen Piekser schaden nie und können das Leben bereits retten.

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