Sambia Sehenswürdigkeiten: Die 10 TOP Highlights

Sambia war einst eines der meistbesuchten Safari Länder im südlichen Afrika. Hier wurde quasi die kommerzielle Safari von Größen wie Norman Carr und Robin Pope erfunden. Mit der Zeit haben jedoch die Nachbarländer die Touristenzahlen um ein mehrfaches gesteigert im Vergleich zu Sambia. Dies hat zufolge, dass der einstige Vorreiter sich zu einem Juwel und fast schon zu einem Geheimtipp entwickelt hat. So ist es nur logisch, dass hier abseits der großen (wenig besuchten) Nationalparks, kaum noch Touristen anzutreffen sind.

Inhaltsverzeichnis

Doch die zahlreichen Sehenswürdigkeiten in Sambia sprechen für sich:

 

Tiervielfalt im South Luangwa National Park

Kein anderer Park in Sambia steht für eine höhere Tiervielfalt als der Südluangwa Nationalpark. Hier gibt es Tierarten und Unterarten, welche in weiten Teilen Afrikas bereits ausgestorben sind. Darunter zählen die Crawshay-Zebra, Thorneycroft-Giraffen und Puku Antilopen. Gleichzeitig herrscht hier eine Vogelvielfalt, die es mit der des Okavango Delta aufnehmen kann.

Löwe im South Lunagwa Nationalpark

Natürlich sind hier nicht nur Exoten an zu treffen. Die Leopardenpopulation in anderen Gegenden mögen vielleicht zahlenmäßig mehr sein, jedoch sind die sonst scheuen Katzen im Südluangwa wenig kamerascheu und auch bei Tageslicht aktiv. Die Territorien der ansässigen Löwenrudel sind stark umkämpft und so sind Durchmischungen mit frischen Genen häufig. Diese Durchmischung stärkt die Population und garantiert den Erhalt über viele Jahre. Bekannte Vertreter waren beispielsweise das Brüderpaar Ginger (stark orangefarbenes Männchen) und Pepper, die lange Zeit in deren Sturm und Drang Jahren den zentralen Teil dominiert haben. Abgelöst wurden die beiden 2019 durch die Balotelli Brüder. Ein Verbund von drei Brüdern, die einen kleinen Irokesen als Mähne tragen und somit an den Fußballer Mario Balotelli erinnern.

Unser Tipp

Im Nsefu Sektor haben sich mit der Zeit relativ große Rudel gebildet, die es dort mit Giraffen und geschwächten Elefanten aufnehmen, was heute selten in Afrika zu beobachten ist.

Paddeln auf dem Sambesi im Lower Zambezi Nationalpark

Die wahrscheinlich adrenalinreichste Art Tiere zu beobachten ist eine Kanufahrt auf dem Sambesi Fluss. Nicht nur die Fortbewegungsart, sondern auch die Perspektive aus der die Tiere beobachtet werden, ist dabei sehr besonders. Wer schon etwas geübt ist im Umgang mit Kanus kann auch eine mehrtägige Tour unternehmen. Es werden eine Vielzahl an mobiler Touren angeboten, bei denen Zelte auf Sandbänken aufgebaut werden. Eine wirklich abenteuerliche Angelegenheit.

Kanufahrt im Lower Zambezi Nationalpark

Die größte Spannung baut sich jedoch auf, wenn Flusspferde in Sichtweite kommen. Teilweise kann es passieren, dass diese unter Wasser dösen und lediglich alle 20 Minuten zum atmen auftauchen. Um dies zu vermeiden, wird permanent mit dem Paddel an das Boot geklopft, was unter Wasser wiederum zu hören ist um Überraschungen vorzubeugen.

Unser Tipp

Viele Der Lodges bieten mehrstündige Touren an und wer nicht so sehr geübt ist mit dem Paddel, kann sich auch von dem Guide chauffieren lassen.

Die Viktoria Wasserfälle und der Devils Pool

Einer der Anziehungspunkte und Sehenswürdigkeiten schlechthin in Sambia sind die imposanten Viktoria Wasserfälle an der Grenze zwischen Sambia und Simbabwe. Hier stürzt sich der Sambesi auf einer Breite von 1.700 Metern in eine über 100 Meter tiefe Schlucht. Die aufsteigende Gischt ist, je nach Wasserstand, schon aus 30 Km Entfernung zu sehen. In der Sprache der dort lebenden Kololo heißen die Fälle “Rauch der donnert” und beschreibt das Gefühl wenn man vor diesen Wassermassen steht ziemlich gut.

Victoria Wasserfälle in Sambia

Auf der Sambia-Seite der Fälle ist der Blick auf den Wasserfall etwas seitlich und nicht ausschließlich frontal, im Vergleich zur Simbabwe-Seite. Wir würden jedoch immer einen Besuch auf beiden Seiten empfehlen. Wenn nach der Schwemme der Regenzeit der Wasserpegel im September runter geht, trocknen Teile der Fälle aus. Die geringere Strömung erlaubt es dann sogar über eine kleine Insel kommend (Livingstone Island) in einen natürlichen Pool direkt an der Abbruchkante der Fälle zu baden – der sogenannten Devil Pool.

Unser Tipp

Wer es etwas weniger Adrenalin reich haben möchte, kann auch den Boiling Pot besuchen. Hier führt ein Wanderweg bis zum Ufer des Sambesi Fluss und es ergibt sich ein toller Blick auf die Fälle von unten.

Überflutungsgebiete der Busanga Auen

Die Busanga Auen sind Teil des Kafue Nationalpark. Der Park selbst ist 22.000 km² groß. Die Busanga Auen liegen ganz im Norden des Parks und sind schwer zugänglich. Das war sozusagen das letzte Rückzugsgebiet der Tiere, welche aufgrund von Wilderei in weiten Teilen des Parks vertrieben wurden. Seit einigen Jahren gibt es große Anstrengungen die Tiere hier besser zu schützen und gleichzeitig neue anzusiedeln. Nichts desto trotz ist die Tierdichte in den Busanga Auen bis heute ungleich größer.

Zebra in den Busanga Auen

Aufgrund der beschwerlichen Zugänglichkeit und den jährlichen Überflutungen ergibt sich lediglich ein kurzes Zeitfenster um den Park zu besuchen. Die Saison beginnt meist erst im Juni/Juli und endet bereits im Oktober. Im Park halten sich vorrangig an die Umstände angepasste Tiere. Puku Antilopen und Elefanten prägen das Bild. Landschaftlich ähneln die Busanga Auen dem Okavango Delta in Botswana. Die Raubkatzen zeigen hier wenig Scheu und regelmäßiger Löwenbesuch in den Camps steht fast an der Tagesordnung. Der geringe Bekanntheitsgrad führt natürlich dazu, dass hier sehr wenige Touristen unterwegs sind.

 

Der abgelegene Liuwa Plain Nationalpark

Der Park bietet gleich zwei große Besonderheiten, die das Erlebnis hier wirklich einmalig machen. Zum Einen gibt es hier eine jährliche Gnu Migration. Diese ist bei weitem zahlenmäßig nicht so groß wie in Ostafrika, jedoch für das südliche Afrika sehr besonders. So treffen jedes Jahr Ende Oktober/Anfang November mehrere Zehntausende Gnus im Liuwa Plains Nationalpark ein.

Hyäne im Liuwa Plain Nationalpark

Wie viele anderen Parks in Sambia, wurde auch dieser Park durch Wilderei und Konflikte mit den umliegenden Bauern in Mitleidenschaft gezogen. Als dann die Raubkatzen ausgestorben waren, wurden den auf Aas spezialisierten Hyänen quasi die Versorgungsgrundlage entzogen. Somit mussten diese Alternativen finden zum sonst etablierten Abluchsen von Beute bei den Raubkatzen. So fingen die sonst als Einzelgänger Futter suchenden Hyänen an in Gruppen auf die Jagd zu gehen. In Familienbänden von 20 und mehr Tieren.

Kurzer Exkurs

Weit verbreitet ist in Afrika die Annahme, dass die Losung von Hyänen weiß ist, da diese oft beim Verzehr von Aas Knochen fressen und das Calcium in den Knochen die Losung hell erscheinen lässt. Im Liuwa Plains Nationalpark steht jedoch nach einer Jagd den Hyänen Fleisch zur Verfügung. Dieses wird auch bevorzugt gefressen und die Knochen nicht weiter verzehrt (Fleisch wird auch bei Hyänen gegenüber den Knochen bevorzugt). Trotzdem wurde festgestellt, dass die Losung immer noch weiß bleibt. Somit wurde bewiesen, dass die weiße Farbe (ähnlich wie bei Vögeln) ein Beweis des extrem gut verwertenden Verdauungstrakt ist und nicht an der Nahrung auszumachen ist.

Unentdeckter Luambe Nationalpark

Der Luambe Nationalpark liegt zwischen dem Südluangwa und dem Nordluangwa. Im Schatten dieser beiden Parks ist der Luambe noch recht unentdeckt. Aktuell (09/2021) gibt es lediglich ein Camp.

Luambe Nationalpark in Sambia

Die Tiere sind hier wenig an Menschen gewöhnt und unter dem Aspekt der hier lange Zeit anhaltenden Wilderei sehr scheu. Das Erlebnis hier beruht mehr auf der faszinierenden Landschaft und der Abgeschiedenheit der Lodge.

Unser Tipp

Speziell die Wildbeobachtungen zu Fuß sind hier sehr spannend, da es tatsächlich auch auf die Qualitäten der Guides ankommt, die Windrichtung, Fluchtverhalten und entsprechende Tarnung zu berücksichtigen.

Wandern im Nsefu Gebiet

Das Nsefu Gebiet im Südluangwa eignet sich durch die sehr offene Vegetation perfekt zur Wandersafari. Tiere können schon aus weiter Entfernung gesichtet werden. Dies erleichtert die Pirsch ungemein. Wandersafaris in Sambia sind grundsätzlich nicht mit denen in Botswana, Namibia und Südafrika zu vergleichen. Durch die Spezialisierung und vielen Ausbildungsstunden im Busch, kennen die Guides und die, immer als Begleiter angestellten, Scouts des Nationalparks die Verhaltensweisen der Tiere ganz genau. Das aktive Verfolgen von Spuren (auch von Großkatzen) steht hier auf der Tagesordnung. Es geschieht nicht selten, dass man sich dabei Löwen bis auf eine Entfernung von 100 Metern nähert. Das Fortbewegen in dieser Umgebung ist jederzeit spannend. Sind gerade keine Tiere im Blick, gibt es unzählige Details, die vom Auto aus meist nicht gesehen oder berücksichtigt werden. Diese ursprünglichste Form der Safari erfreut sich vor allem bei erfahrenen Afrika-Reisenden großer Beliebtheit, da es hier zu Szenen und Erlebnissen kommt, die sehr viel einprägsamer sind und unvergessen bleiben.

 

Wenn der Himmel im Kasanka Nationalpark sich verdunkelt

…dann ist man Zeuge der größten Säugetiermigration der Welt. Millionen von Flughunden kommen aus unterschiedlichsten Regionen Afrikas Ende Oktober bis Anfang November in ein kleines Waldgebiet im Kasanka Nationalpark. Jeden Abend schwärmen die Flughunde aus um in der Dunkelheit auf Nahrungssuche zu gehen. Die Mangobäume (und andere Früchte) in der Region tragen in dieser Zeit Früchte. Somit wird hier ein reichhaltiges Buffet angeboten. Am Morgen kehren die Flughunde wieder zurück, um den Tag schlafend in den Bäumen zu verbringen.

Flughunde im Kasanka Nationalpark

Um das besagte Waldstück herum wurden Aussichtsplattformen aufgebaut, die einen perfekten Blick auf das Spektakel bieten.

Unser Tipp

Als Bonus zur Flughund-Migration, gibt es hier außerdem sehr gute Beobachtungsmöglichkeiten der sonst sehr raren und scheuen Sitatunga Antilope.

Ein Farmbesuch bei Fringilla

Wer in Sambia abseits von Safaris in das Leben der Menschen eintauchen möchte, dem sei ein Farmbesuch ans Herz gelegt. Die Farm liegt ca. 50 km nördlich von Lusaka und hat neben einem Campingplatz und Gästehaus ein Restaurant, in dem die auf der Farm produzierten Lebensmittel verarbeitet werden.

Fringilla Lodge in Sambia

Es fällt hier einfach mit den Farmarbeitern ins Gespräch zu kommen und bei einer Tour über die Farm werden die Unterschiede zur Landwirtschaft in Europa schnell klar. Auf einer großen Fläche werden Rinder, Ziegen, Hühner und Straußen gehalten. Die Lodge und das Restaurant sind auch bei den Städtern aus Lusaka sehr beliebt und so sind spannende Gespräche und ein reger Austausch vorprogrammiert.

 

Abstecher zum Kariba See

Der Kariba See an der Grenze zu Simbabwe ist nicht nur wirtschaftlich von besonderer Bedeutung durch den Fischfang und die Stromgewinnung am Kariba Damm. Entlang des Sees gibt es zahlreiche Unterkünfte für Touristen.

Ein Ausflug mit dem Motorboot bietet tolle Perspektiven. Durch die Entstehung des Stausees wurden große Waldflächen überflutet. Die abgestorbenen Bäume aus Leadwood ragen bis heute teilweise aus dem Wasser und bietet ein bizarres Bild zum Sonnenuntergang.

Unser Tipp

Wer etwas länger Zeit auf dem See verbringen möchte, kann auch mit einem Hausboot auf dem Kariba See schippern.

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